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Sie sind hier: Update Eisenmangel » Therapie 06. September 2010
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Spezielle therapeutische Aspekte bei chronisch entzündlichen Darmkrankheiten (M. Crohn, Colitis ulcerosa)

Die Unverträglichkeit einer oralen Eisensubstitution ist bei chronischen Darmerkrankungen ein wichtiger Aspekt, denn häufig führt orales Eisen zu einer Verschlimmerung der gastrointestinalen Symptomatik. Ursache dafür ist das nicht absorbierte Eisen, das mindestens 90% der eingenommenen Menge ausmacht und durch lokale Entzündungen die Ulzera noch weiter verstärken kann. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Völlegefühl, Schmerzen und Durchfall belasten die Compliance. Auch bei erfolgreicher Einnahme von oralem Eisen über einen längeren Zeitraum findet ausserdem trotz Erhöhung des Hb-Wertes häufig keine Auffüllung der Eisenspeicher statt. Nach Beendigung der Therapie kann es deshalb relativ rasch zum Rezidiv der Eisenmangelanämie kommen. Bei chronischer Entzündung führt die Zytokin-vermittelte Sekretion von Hepcidin zu einer weiteren Verminderung der bereits primär reduzierten Eisenresorption und zu einer Hemmung der Freisetzung des recyclierten Eisens aus den Makrophagen.

 

Diese Probleme bestehen bei der intravenösen Therapie nicht: Die Eisenverwertung und auch die Verträglichkeit sind deutlich besser (siehe Abbildung 1). Eine parenterale Eisentherapie kann zu einer schnellen und lang anhaltenden Therapieantwort führen. Deshalb, und aufgrund der besseren Verträglichkeit, empfehlen die europäischen Leitlinien zur Therapie der Anämie bei M. Crohn und Colitis ulcerosa eine intravenöse Eisengabe als Therapie der Wahl [1].

 

Abbildung 1: Ferritin nach oralem Eisensulfat und nach iv Eisen-Carboxymaltose [2]

 

Absolute Indikationen für eine intravenöse Eisentherapie sind:

  • Schwere Anämie (Hb-Wert < 10 g/dl)
  • Unverträglichkeit von oralem Eisen oder unzureichender Anstieg innerhalb der ersten zwei Wochen
  • Ausgeprägte Krankheitsaktivität
  • Begleitende Therapie mit ESA
  • Entsprechende Patientenpräferenz

 

Eine Eisensubstitution soll bei einer Anämie auf jeden Fall stattfinden und wird auch bei einem reinen Eisenmangel ohne Hämoglobin-Abfall empfohlen. Die zusätzliche Behandlung mit einem ESA-Präparat wird bei einer Hämoglobin-Konzentration unter 10 g/dl oder einem nicht zufriedenstellenden Effekt der alleinigen Eisensubstitution empfohlen. Transfusionen sollen ausschliesslich bei akuten Blutungen erfolgen und stellen eine Ergänzung, aber keinen Ersatz für die Eisengabe dar.

 

 

Referenzen

1. Gasche C et al. Guidelines on the diagnosis and management of iron deficiency and anemia in inflammatory bowel diseases. Inflamm Bowel Dis 2007;13:1545-1553
2. Kulnigg S et al. A novel intravenous iron formulation for treatment of anemia in inflammatory bowel disease: the ferric carboxymaltose (FERINJECT) randomized controlled trial. Am J Gastroenterol 2008;103:1182-1192

 

 
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