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Symptome, Diagnose Therapie Therapie

Durch die Therapie mit Erythropoese-stimulierenden Agenzien (ESA) und intravenösem Eisen kann die Chemotherapie-induzierte Anämie dauerhaft korrigiert und die Lebensqualität der Patienten stark verbessert werden. Durch die zusätzliche Verabreichung von intravenösem Eisen werden Bluttransfusionen seltener notwendig, was zu erheblichen Kosteneinsparungen und zur Verringerung des Infektionsrisikos durch Fremdblut führt.

Von der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC) wurde eine unabhängige Task-Force eingerichtet, um systematisch die Literatur zu überprüfen und aktuelle, evidenzbasierte Richtlinien für den Einsatz von ESA bei anämischen Tumorpatienten zu publizieren; die Leitlinien wurden 2007 und 2008 aktualisiert [1-3]. Die Empfehlungen beziehen sich auf Erwachsene mit malignen Erkrankungen (Ausnahme: myeloische Neoplasien).

Nach der aktuellen Leitlinie sollte ein funktioneller Eisenmangel mit intravenösem Eisen korrigiert werden. Eine orale Eisensubstitution wird dagegen als unwirksam eingestuft, wie Abbildungen 1 und 2 illustrieren [4,5]:

 

intravenöses eisen versus orales
Abbildungen 1 und 2: Intravenöses Eisen versus orales und kein Eisen [4,5]

Bei Chemo- oder Radiochemotherapie soll eine Therapie mit ESA bei einem Hb von 9-11 g/dl, je nach Anämiesymptomen, erwogen werden. Bei ausgewählten asymptomatischen anämischen Krebskranken unter Chemotherapie mit einem Hb <12 g/dl ist der Einsatz von ESA zur Vermeidung eines weiteren Hb-Abfalls zu erwägen, nach individuellen Kriterien: Art, Intensität, Dauer der Chemotherapie, Basis-Hb etc. Bei einem Hb<9 g/dl muss die Indikation zur Bluttransfusion geklärt werden. ESA werden nicht empfohlen, um das Überleben oder die Ansprechquote der Tumortherapie zu verbessern. Insgesamt ist für den Einsatz der ESA allerdings äusserste Vorsicht geboten: Gewisse Studien weisen auf eine erhöhte Mortalität nach Gabe von ESA hin.

 

Referenzen

  1. Bokemeyer C et al. EORTC guidelines for the use of erythropoietic proteins in anaemic patients with cancer. Eur J Cancer 2004;40:2201-2216
  2. Aapro MS, Link H. September 2007 update on EORTC guidelines and anemia management with erythropoiesis-stimulating agents. Oncologist 2008;13(Suppl 3):33-36
  3. Rizzo JD et al. Use of epoetin and darbepoetin in patients with cancer: 2007 American Society of Hematology/American Society of Clinical Oncology clinical practice guideline update. Blood 2008;111:25-41
  4. Auerbach M et al. Intravenous iron optimizes the response to recombinant human erythropoietin in cancer patients with chemotherapy-related anemia: A multicenter, open-label, randomized trial. J Clin Oncol 2004;22:1301-1307
  5. Henry DH et al. Intravenous ferric gluconate significantly improves response to epoetin alfa versus oral iron or no iron in anemic patients with cancer receivingchemotherapy. The Oncologist 2007;12:231-242

 

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