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Wenn ist eine hoch dosierte intravenöse Eisensubstitution indiziert?
 
Die intravenöse Eisentherapie spielt eine Rolle in verschiedenen klinischen Situationen bei Patienten mit Eisenmangel, Eisenmangelanämie und Blutverlust. Kürzlich wurde von Gozzard eine Review der Literatur zu klinischen Situationen mit einer Indikation für intravenöses Eisen publiziert.

Bei funktionierender Erythropoese kann die alleinige Eisensubstitution eine adäquate Therapie zur Füllung der Eisenspeicher und Kompensation des Blutverlusts sein. Wenn eine erythropoesestimulierende Behandlung notwendig ist, trägt die Eisensubstitution zur Optimierung der Therapie bei. Intravenöses Eisen ist der oralen Substitution vor allem bei Anämie aufgrund einer chronischen Erkrankung überlegen, wo die Absorption von Eisen im Darm sowie die Mobilisation von Eisen aus den Speichern blockiert ist. Indiziert sind hohe Dosen intravenösen Eisens vor allem in folgenden klinischen Situationen:

  • Nicht dialysepflichtige chronische Nierenerkrankungen
  • Entzündliche Darmerkrankungen
  • Geburtshilfe
  • Menorrhagie
  • Anämie bei onkologischen Patienten

Dosen von bis zu 1500 mg Eisen werden gemäss Literatur nicht selten bei chronischer Niereninsuffizienz, solche von bis zu 3600 mg bei entzündlicher Darmerkrankung benötigt. Durch neue Präparate wie Eisencarboxymaltose können Dosen bis 1000 mg in einer klinischen Sitzung rasch injiziert werden, wobei keine Testdosis notwendig ist. Die neuste Entwicklung ist Eisen Isomaltosid, welche eine Infusion von bis zu 20 mg/kgKG Eisen innerhalb von einer Stunde erlaubt; das Präparat ist in der Schweiz allerdings zurzeit nicht zugelassen.


Drug Des Devel Ther 2011;5:51-60 - Gozzard D

03.04.2011 - dde


 
 

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