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Eisen-Carboxymaltose: Effektiv und sicher für Patienten
 
Beim diesjährigen 117. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V vom 30. April bis 3. Mai 2011 in Mannheim wurden zwei neue Studien zur intravenösen Eisentherapie mit Eisen-Carboxymaltose (Ferinject®) vorgestellt: Eine nicht interventionelle Multizenterstudie mit anämischen Patienten und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und eine kombinierte Analyse aus drei nicht interventionellen Studien aus der Onkologie, Gastroenterologei und Nephrologie.

Die erste Studie (Dignass A et al.) prüfte die Effektivität und Verträglichkeit von Eisen-Carboxymaltose in der intravenösen Therapie der Eisenmangelanämie bei CED-Patieten. Die Studie wurde als nicht interventionelle Studie durchgeführt (kein vorgeschriebenes Therapieprotokoll) und kam daher dem klinischen Alltag sehr nahe. Bei 237 anämischen Patienten (Männer Hb<13g/dl, Frauen Hb<12g/dl, im Schnitt 38 Jahre alt) mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerose wurde der Eisenbedarf mit der Ganzoni-Formel ermittelt und danach mittels intravenöser Gabe von Eisen-Carboxymaltose ausgeglichen.

 

Nur 40% der anämischen CED-Patienten hatten in den sechs Monaten vor Studienbeginn eine antianämische Therapie erhalten: 70% dieser Patienten erhielten orales Eisen, 41% intravenöses Eisen, 16% orales und intravenöses Eisen, sowie 10% Transfusionen. Die benötigte Gesamt-Eisendosis pro Patienten betrug im Schnitt 1126 mg. Alle Eisenparameter (Hb, Serum Ferritin, mittlere Transferrinsättigung) verbesserten sich in den 12 Wochen bis zum Ende der Studie. Der Hb-Wert hatte sich bis Studienende bei 68% der Patienten normalisiert. Die intravenöse Eisentherapie führte zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome

sowohl im Schub als auch in der Remission. Mehr als 80% der Patienten berichteten über eine Verbesserung der klinischen Symptomatik wie Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche. Unerwünschte schwere Nebenwirkungen wurden keine beobachtet. 

 

In der zweiten Untersuchung (Stein J et al.) wurden drei nicht interventionelle Studien bei onkologischen, CED- und Patienten mit nicht dialysepflichtiger Niereninsuffizienz kombiniert ausgewertet. Allen drei Erkrankungen (chronische Niereninsuffizienz, chronisch entzündliche Darmerkrankungen und onkoligische Erkrankungen) ist gemeinsam, dass ein Eisenmangel bzw. eine Eisenmangelanämie als häufige systemische Komplikation infolge des chronisch entzündlichen Zustandes der Patienten auftreten kann. Insgesamt nahmen etwa 1000 Patienten aus über 150 Zentren teil. Die Patienten erhielten mindestens eine Eisen-Carboxymaltose-Gabe und wurden über 12 Wochen beobachtet. Auch in dieser Studie sollte die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Eisen-Carboxymaltose im klinischen Praxisalltag untersucht werden.

 

In allen drei Studien wurden weniger als 50% der Patienten vor Studienbeginn antianämisch behandelt. Die durchschnittlich verabreichte Gesamt-Eisenmenge betrug 1333 mg in der Onkologie, 879 mg bei chronischer Niereninsuffizienz und 1125 mg bei CED. Der mittlere Hb-Wert stieg in alle drei Studien um etwa je 1.5g/dl an und der Eisenstatus verbesserte sich deutlich. Einige Patienten erhielten auch andere Antianämika, da es sich ebenfalls um nicht interventionelle Studien handelte und keine Therapieschemata vorgegeben waren. Der Therapieerfolg mit Eisen-Carboxymaltose-Monotherapie war mit den Kombinationstherapien vergleichbar. In allen drei Studien verbesserte sich die Symptomatik deutlich. Insgesamt traten 11 schwerwiegende Nebenwirkungen auf, davon wurde eine in Zusammenhang mit der Behandlung gebracht.

 

Fazit dieser Studie: Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, CED und onkologischen Erkrankungen ist häufig ein Eisenmangel der Grund für eine Anämie. Dieser kann mit intravenöser Gabe von Eisen-Carboxymaltose effektiv und sicher korrigiert werden, wobei in dieser Studie unabhängig von der Grunderkrankung etwa 1000 mg Eisen verabreicht wurden.


Dignass A et al. DGIM 2011, Poster PS18; Stein J et al. DGIM 2011, Poster PS112

20.09.2011 - gem


 
 

Ein Expertenteam bürgt für Aktualität und Qualität. Mitglieder sind:

 

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