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Bei gestillten Kindern an Eisenmangel denken
 
Da die mütterliche Milch relativ wenig Eisen enthält, haben gestillte Babys ein erhöhtes Risiko für einen Eisenmangel. Wie häufig und wann ein solcher auftritt und was allenfalls präventiv unternommen werden kann, haben die Autoren einer Studie aus Deutschland untersucht.

In einer retrospektiven Analyse der Daten einer randomisierten Studie haben die Autoren Kinder, welche in den ersten 4 Monaten ausschliesslich gestillt wurden (n=53), mit den Daten von Kindern verglichen, die industriell gefertigte, eisenhaltige Säuglingsnahrung zu sich nahmen (n=23). Die aufgenommene Menge Eisen sowie Eisenparameter im Blut bestimmten die Studienautoren nach 4, nach 7 und nach 10 Monaten Lebenszeit.

 

Die Eisenaufnahme der gestillten Kinder war gering, und zwar nicht nur in der Stillperiode, sondern auch in der Zeit der Zufütterung von fester Nahrung. Nach 4 Monaten war bei einem mit Säuglingsnahrung versorgten und 3 gestillten Kindern ein Eisenmangel (Ferritin <12 ng/ml) aufgetreten. Nach 7 und 10 Monaten war in der Gruppe der nicht gestillten Kinder weder ein Eisenmangel noch eine Eisenmangelanämie (Hb < 10.5 g/dl und Ferritin <12 ng/ml) nachweisbar. In der Gruppe der gestillten Kinder zeigten sich nach 7 Monaten jedoch bei 10 Kindern ein Eisenmangel und bei 2 eine Eisenmangelanämie und nach 10 Monaten hatten 11 einen Eisenmangel und ein Kind eine Eisenmangelanämie.

 

Konklusion der Autoren: Jedes fünfte Kinde, welches in den ersten 4 Monaten ausschliesslich gestillt wird, entwickelt in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahrs trotz Zufütterung einen Eisenmangel; einige sogar eine Eisenmangelanämie. Diese Erkenntnis unterstützt die Empfehlung, früh – das heisst, nach 4-6 Monaten – mit der Zufütterung von Nahrung mit gut resorbierbarem Eisen zu beginnen.


Clin Nutr 2010, online Publikation 1. Juni - Dube K et al

12.08.2010 - dde


 
 

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