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Allgemeine Informationen FAQ

Häufige und wichtige Fragen.

Epidemiologie/Grundlagen

Ein gesunder erwachsener Mann sollte sich täglich ca. 10 bis 15 mg zuführen, eine gesunde Frau augrund der Menstruation noch etwas mehr. Der Bedarf ist vor allem bei schnellem Wachstum im Kindesalter, Schwangerschaft, während der Stillzeit und natürlich bei chronischen Blutverlusten erhöht.

Wichtige Eisenlieferanten sind Fleisch, Getreide (Brot!), Hülsenfrüchte und einzelne Gemüse (vor allem Kartoffeln, Blumenkohl, Sauerkraut). Die Verfügbarkeit von Eisen ist bei Fleisch aber ungefähr dreimal höher als bei pflanzlichen Nahrungsmitteln. Fleisch, Fisch, Vitamin C und Fruchtsäuren verbessern die Eisenaufnahme im Darm, Faserstoffe, Soja, Schwarztee und Kaffee verschlechtern sie.

Hier finden Sie eine Liste mit den Eisengehalten verschiedener Lebensmittel.

Amerikanische und europäische Untersuchungen berechneten die Prävalenz der Eisenmangelanämie bei prämenopausalen Frauen auf ca. 3% und die Prävalenz des Eisenmangels sogar auf rund 15%. Die Autoren einer Studie in der Schweiz haben die Häufigkeit des Eisenmangels bei Rekruten untersucht: Von 11'322 jungen Männern hatten 7% einen Eisenmangel ohne Anämie (Ferritin < 30µg/L), jedoch lediglich 0.1% eine Anämie.


Diagnostik

Von entscheidender Bedeutung ist die Bestimmung des Ferritins. Um die Verlässlichkeit für Ferritin als Zeichen eines Eisenmangels zu kontrollieren, müssen zusätzlich ein CRP und eine ALAT bestimmt werden (Entzündung und Leberzellverfall können Ferritin auch erhöhen).

  • Ferritin < 15 µg/l: Eisenspeicher sind vollständig entleert
  • Ferritin 15 – 30 µg/l: leere oder knappe Eisenspeicher
  • Ferritin 30 – 50 µg/l: Grauzone, wo ein funktioneller Eisenmangel noch möglich ist
  • Ferritin > 50 µg/l: Genügende Eisenreserve

Therapie

Empfohlen wird ein Beginn mit 80-100 mg pro Tag und eine Steigerung der Tagesdosis auf 200 mg ab der zweiten Therapiewoche. Eine optimale Resorption des Eisens besteht bei zweiwertigen Eisenpräparaten ca. eine Stunde vor der Mahlzeit. Bei dreiwertigem Eisen wird empfohlen, die Tabletten mit den Mahlzeiten zu schlucken. Meistens ist eine Therapiedauer über 3-6 Monate erforderlich.

Der Entscheid, ob ein Präparat mit zweiwertigem oder dreiwertigem Eisen zum Einsatz kommt, muss individuell erfolgen. Die Verträglichkeit von dreiwertigem Eisen ist besser als diejenige von zweiwertigem, wie eine im Jahr 2007 publizierte Metaanalyse gezeigt hat. Häufigste Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Störungen wie Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Obstipation oder Krämpfe. Dies hat insofern eine Bedeutung, dass die Abbruchrate der oralen Eisentherapie im klinischen Alltag ca. 20% beträgt. Zweiwertiges Eisen hingegen soll besser resorbiert werden als dreiwertiges.

  • Unverträglichkeit der oralen Therapie oder Malcompliance
  • Schwere peripartale oder postoperative Blutung
  • Eisenverlust (z.B. Menorrhagie oder rez. GI-Blutungen) übersteigt die oral mögliche Substitution
  • Chronische Magen-Darm-Erkrankungen: Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Zöliakie, Status nach grösserer Magen- oder Dünndarmresektion
  • Fortgeschrittene Niereninsuffizienz, vor allem in Kombination mit Erythropoetin
  • Eisenmangelanämie, vor allem unter Chemotherapie
  • Anämie bei schwerer Herzinsuffizienz

Bei chronischer Niereninsuffizienz, Malignomen, rheumatoider Arthritis und Herzinsuffizienz kann ein funktioneller Eisenmangel bestehen. Bei diesen Patienten ist das Ferritin normal oder hoch, dieses kann jedoch für die Erythropoese ungenügend genutzt werden. Orales Eisen ist in dieser Situation unwirksam.

Gemäss Arzneimittelkompendium/Fachinformation ist die intravenöse Verabreichung von Carboxymaltose im ersten Schwangerschaftstrimester kontraindiziert. Für das zweite und dritte Trimester liegt die Entscheidung beim behandelnden Arzt. Da keine spezifischen Daten vorliegen, wird iv Carboxymaltose zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen.

Die Anwendung intravenös zu verabreichender Eisenpräparate bei Patienten mit einer akuten oder chronischen Infektion sollte gemäss Arzneimittelkompendium nur mit Vorsicht erfolgen und erfordert das Abwägen des Nutzen-Risiko-Verhältnisses.

Das kommt auf die Art des infundierten Eisens an. Bei früher verwendetem Eisendextran und Eisensucrose wird eine solche empfohlen, bei neueren auf dem Markt gebräuchlichen Präparaten (Eisengluconat und Eisencarboxymaltose) ist eine Testdosis nicht notwendig.

Nein. Grundsätzlich ist die Verabreichung von 1000 mg in 15 Minuten möglich, neben einer klaren Indikationsstellung muss beim Patienten aber ein Minimalgewicht von 67 kg vorliegen, sonst muss die Dosis reduziert warden.

Bei den neuen Präparaten ist das Anaphylaxierisiko sehr gering. Gelegentlich wurde über anaphylaiktoide Reaktionen und ganz vereinzelt über anaphylaktische Reaktionen berichtet.


Kontrollen/Nachsorge

Die Ferritinbestimmung ist ab 6 Wochen (42 Tage) nach der i.v. Gabe von Eisencarboxymaltose aussagekräftig. Bei einer Messung vor diesem Zeitpunkt korreliert das gemessene Ferritin nicht mit dem Speichereisen und kann vor allem 1-2 Wochen nach iv Eisen sehr hoch sein (normalisierte sich dann aber wieder spontan).

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    Zürich, 1. Juni 2017
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